Filmrezension „City for Sale“

Kurzrezension zum Samstagabend gezeigten Film „City for sale“ von einer solidarisierten Zuschauerin:

„City for sale“ von Andreas Wilcke lässt den Zuschauer sprachlos zurück. Schonungslos werden wir mit den Verhältnissen auf dem Berliner Wohnungsmarkt konfrontiert, die (nicht überraschend) noch alarmierender sind als vermutet. Der filmische Querschnitt aller Interessengruppen zeigt vom kalten Investoren bis zum wütenden Mieter wie Berlin immer mehr dem Investorentraum einer „young urban city“ entgegenstrebt und wer in diesem Traum keinen Platz mehr hat.

Soli: Forderungen Studentische Vollversammlung (19.01.2017)

Forderungen der Vollversammlung am 19.01.17

Die studentische Vollversammlung der Humboldt-Universität zu Berlin hat am 19.01.2017 folgenden Forderungskatalog beschlossen. Sie fordert darin eine Wende in der Bildungspolitik, die die Orientierung der Mittelvergabe für Hochschulen am Maßstab der Verwertbarkeit beenden soll. Anlass für die Vollversammlung war unter anderem ein angedrohter Kürzungsplan des HU-Präsidiums. Die Vollversammlung erklärte sich mit der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften durch die Initiative „Uni von unten“ solidarisch.

Forderungen der studentischen Vollversammlung der HU Berlin am 19.01.2017

Wir fordern die Präsidentin auf, bei den Hochschulvertragsverhandlungen für eine Erhöhung des Bildungsetats des Landes Berlin zu sorgen und nicht an der nächsten Runde der Exzellenziniative teilzunehmen. Wir lehnen den vom Präsidium der HU vorgelegten Kürzungsplan entschieden ab.

Wir fordern vom Land Berlin: Ausfinanzierung der Hochschulen statt marktabhängiger Drittmittel, prekärer Lehre und elitärer Exzellenziniative!

Wir fordern eine Wende in der Bildungspolitik: Die voranschreitende Orientierung der Universitäten an marktwirtschaftlicher Verwertbarkeit umkehren. Keine weitere Verschärfung sozialer Ungleichheiten und ein Ende der rassistischen Ausschlüsse! Die Uni ist für alle da!

Wir fordern eine demokratische Uni mit mehr statt weniger Mitbestimmung für unabhängige Bildung und Wissenschaft!

Wir unterstützen die Forderungen der Tarifinitiative studentischer Beschäftigter und fordern die Leitung der HU auf, diese umzusetzen.

Holm bleibt! Wir solidarisieren uns mit der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften!

Wir schließen uns der Forderung der Initiative „Uni von unten“ an, die Kündigung von Andrej Holm zurückzunehmen. Kritische und unbequeme Wissenschaft muss verteidigt werden. Und: Keine Unterstützung rechter Professor_innen!

Wir fordern die Vertreter_innen der Gewerkschaften an der HU auf, sich für den Verbleib von Andrej Holm einzusetzen.

Referent_innenRat, 20.01.2017

Kontakt: refrat@refrat.hu-berlin.de

Soli: Pressemitteilung des Refernt_innenRats der HU Berlin (20.01.2017)

Das Student_innenparlament der Humboldt-Universität zu Berlin hat am 18.01.2017 folgenden Beschluss zum Thema der Kündigung des Wissenschaftlichen Mitarbeiters Andrej Holm gefasst. Der Referent_innenRat verurteilt die öffentliche Diskreditierung Holms und fordert die Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin auf, die Kündigung zurückzunehmen. Der Referent_innenRat solidarisiert sich mit der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften.

Beschlusstext des Student_innenparlaments vom 18.01.2017:

„Das Studierendenparlament fordert das Präsidium der HU Berlin auf, der medialen Diskreditierungs-Kampagne nicht noch mehr Schwung durch politisch zweifelhafte Äußerungen zu verleihen und die Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht vorzunehmen, beziehungsweise an dieser nicht mehr festzuhalten.“

In der Begründung des Antrags wurde Folgendes ausgeführt.

Andrej Holm genießt über Deutschland hinaus wissenschaftliche Anerkennung als Gentrifizierungsforscher, der auch in seiner Forschung konsequent linke und mit den von Verdrängungsprozessen betroffenen Menschen solidarische Positionen vertritt. Das ist letztlich der Grund für die Hetze gegen ihn seitens konservativer Kreise.

Insbesondere vor dem Hintergrund der bedingungslosen Solidarität seitens der Universität gegenüber offen rechten Professor_innen, ist die mangelnde Solidarisierung mit Holm seitens der HU nicht nachvollziehbar. Offensichtlich misst die  Humboldt-Universität mit zweierlei Maß, wenn sie umgehend kritische Proteste gegen rechte Professor_innen, u.a. einem aktiven Mitglied der rechten Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“, auf der Grundlage von Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit verurteilt, jedoch Holm ihre Solidarität verweigert.

Die Humboldt-Universität verharmlost die Gefahr von rechts und zeigt sich zugleich unfähig dazu, Angehörige der Universität in Schutz zu nehmen. Das Bekenntnis zu einem toleranten und respektvollen Umgang miteinander zeigt sich wieder als leeres Versprechen angesichts rechter Hetze. Die Forderung nach Respekt und Meinungsfreiheit in vermeintlicher politischer Neutralität verliert dort ihren Gehalt, wo rechte Positionen, die diese zusätzlich explizit in Frage stellen, geschützt werden, während linke diffamiert werden.

Referent_innenRat, 20.01.2017

Kontakt: refrat@refrat.hu-berlin.de

http://www.refrat.de/article/oeffref.pm.170123-2.html?1485128878

PM4 – Veranstaltungen und PK

Am 23.01.2017 veröffentlichen die Besetzer*innen eine Pressemitteilung zum Stand der Besetzung und kündigen eine Pressekonferenz am Dienstag um 11:00 Uhr an [1].


Mitteilung der Besetzer*innen
Seit fünf Tagen besetzen 150 Studierenden und Sympathisant*innen die Räume
des Instituts für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität. Anlass ist die Entlassung des Wissenschaftlers Andrej Holm. Seit
Donnerstagmorgen finden am besetzten Institut zahlreiche Alternativen zu Vorlesungen und Seminaren statt. Beispielsweise Veranstaltungen zu sozialem Wohnungsbau, politischer Partiziption und DDR-Aufarbeitung [2]. „PM4 – Veranstaltungen und PK“ weiterlesen

Soli: „Eine Liebeserklärung an die Besetzer*innen“

https://twitter.com/holmbleibt

Mitteilung zur Solidaritätserklärung bei einer Störaktion der Student*innen bei der Veranstaltung „Sind Revolutionen noch möglich?“ am 21.01.2017.


Gestern, den 21.01.2017 störten Student*innen die Veranstaltung „Sind Revolutionen noch möglich?“ im Sophie-Charlotte-Salon der Akadmie der Wissenschaften. Die Aktivist*innen zeigten damit ihre Solidarität mit den Besetzer*innen des Insituts für Sozialwissenschaften der HU Berlin (@holmbleibt, fb.com/holmbleibt) und protestierten gegen die Entlassung von Andrej Holm durch das HU-Präsidium. Sie störten die Rede von HU-Präsidentin Sabine Kunst (SPD) und verzögerten so die Podiumsdiskussion mit HU-Professor Herfried Münkler und Joschka Fischer. „Soli: „Eine Liebeserklärung an die Besetzer*innen““ weiterlesen

PM3 – „Bis auf weiteres besetzt“

HU Besetzung Stellungnahme Nr. 3, 19. Januar 2017, zur sofortigen VÖ
Das Institut fürr Sozialwissenschaften (ISW) der Humboldt-Universität zu Berlin bleibt bis auf Weiteres besetzt. Hunderte Studierende, Angehörige des Instituts und Unterstützer*innen protestieren damit gegen die Entlassung von Andrej Holm durch HU-Präsidentin Sabine Kunst (SPD). Die Besetzer*innen verabschieden folgende Stellungnahme: „PM3 – „Bis auf weiteres besetzt““ weiterlesen

PM2 – HOLM BLEIBT

Am 19. Januar geben die Besetzer*innen folgende vorläufige Erklärung heraus:


Erklärung der Besetzer*innen des Instituts für Sozialwissenschaften

Das Institut für Sozialwissenschaften (ISW) der HU Berlin bleibt zunächst bis Freitag besetzt. Über das darüber hinausgehende Vorgehen entscheidet die Vollversammlung der Besetzer*innen. Es finden heute (19.01) und morgen keine Lehrveranstaltungen am ISW statt. Stattdessen wird an den beiden Tagen in Selbstorganisation ein Programm aus Workshops und Vorträgen angeboten. Die Besetzer*innen behalten ihre Forderung bei: Eine Revision der Entscheidung des Präsidiums, Andrej Holm zu „PM2 – HOLM BLEIBT“ weiterlesen

PM1 – ISW BESETZT! HOLM BLEIBT!

Unsere erste PM nach der Besetzung.


https://twitter.com/holmbleibt
„Holm muss gehen? Wir bleiben hier!
Heute haben wir, die Studierendeninitiative „Uni von Unten“, das Institut für Sozialwissenschaften besetzt. Dies ist unsere Antwort auf die politische Entscheidung, den kritischen Sozialwissenschaftler und Dozenten Andrej Holm zu entlassen.
Mit seiner Entscheidung setzt sich das Präsidium über die Wünsche eines Großteils der Studierenden hinweg. Die Mehrheit der Studierenden schätzt Andrej Holms Beiträge in Lehre und Forschung: Kritische Forschung, die sich nicht scheut, aktiv stadtpolitische Missstände anzusprechen und aktiv zu werden, ist genauso Andrejs Markenzeichen wie eine innovative, spannende und engagierte Lehre.

„PM1 – ISW BESETZT! HOLM BLEIBT!“ weiterlesen