Universität reagiert mit Strafanzeige auf beendete Besetzung und eskaliert beigelegten Konflikt

Hier unsere frischeste Pressemitteilung.

Am gestrigen Donnerstag beendeten die Studierenden die Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften. Lediglich ein Raum bleibt jenseits der Besetzung unter Verwaltung der Studierenden. Die Universität reagierte mit einem Strafantrag und einer Räumungsandrohung, obwohl der Universitätsalltag nicht länger gestört wird.

 
„Die Situation ist vollkommen paradox: Wir beenden die Besetzung des Instituts, die Uni reagiert mit einer Strafanzeige. Es ist vollkommen schleierhaft warum das Präsidium nach einem Ende des Konflikts diesen weiter befeuert und die Situation eskaliert.“, erklärte eine der ehemaligen Besetzer*innen.

Die Besetzer*innen hatten gestern die Besetzung für beendet erklärt und gleichzeitig bekannt gegeben, einen Raum im Institut für Sozialwissenschaften weiter selbstverwaltet zu nutzen. „Wir sind gleichzeitig auf Instituts- und Universitätsleitung zugegangen und haben unsere Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Unsere Forderung ist ein universitärer Raum in zentraler Lage. Zu Gesprächen darüber, ob ein anderer Raum in Frage kommt, sind wir gerne bereit“, kommentierte eine der Nutzer*innen des Raums.

Selbstverwaltete Räume gibt es an allen Berliner Universitäten. Sie wurden teils über Jahre errungen und sind für viele ein unverzichtbarer Teil des Studienalltags. Ein solcher Raum wurde auch mit der Besetzung erstritten und wird erhalten bleiben. „Anders als bei der Besetzung geht von der Umnutzung des Raums keinerlei Störung des Institutsbetriebs aus. Die anstehende vorlesungsfreie Zeit gibt der Universitätsverwaltung genügend Zeit, alternative Räume für die wenigen bisher in dem Raum stattfindenden Lehrveranstaltungen zu finden. Dies ist im Rahmen der Kapazitäten definitiv möglich.“, sagte einer der Nutzer*innen des Raums. „Wir haben in den letzten vier Wochen mit einer „Uni von unten“ und einem prallen Programm gezeigt, dass wir einen solchen Raum sinnvoll bespielen können. Genau das werden wir in Zukunft tun.“, hieß es weiter.

Weiterhin wiesen die ehemaligen Besetzer*innen darauf hin, dass der Protest keineswegs abgeebbt sei: „So entschieden, wie wir dieses Institut besetzt haben, haben wir die Besetzung wieder beendet. Mit der gleichen Entschlossenheit werden wir dagegen protestieren, wenn der neu geschaffene Raum geräumt wird. Wenn der Universitätsleitung an einem störungsarmen Unialltag gelegen ist, wird sie die Lage nicht an diesem Punkt eskalieren lassen.“, hieß es abschließend.

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