PRESSEMITTEILUNG: Freude über Erfolg für Besetzer*innen. ISW bleibt vorerst besetzt.

Freude über das Einlenken des HU-Präsidiums im besetzten ISW.

„Holm bleibt!“ nur eine von vielen Forderungen – Besetzung bleibt vorerst bestehen.


Am vergangenen Freitag, dem 24. Tag der Besetzung des Instituts für Sozialwissenschaften, hat die Präsidentin der Humboldt-Universität Sabine Kunst verkündet, die Kündigung Andrej Holms zurückzunehmen. Diese Entscheidung der Präsidentin ist ein direkter Erfolg der Besetzung. Die Forderung, an der sich der Protest entzündete, ist damit erfüllt. Holm bleibt!


Gleichzeitig betonen die Besetzer*innen, dass damit nur eine von mehreren, teils sehr konkreten Forderungen erfüllt ist. Auf der Vollversammlung wird diskutiert, wie es mit der Besetzung weitergeht. „Bis zu einer Entscheidung bleibt alles wie es ist. Das heißt: Wir bleiben vorerst hier!“, verbreiteten die Besetzer*innen am Samstag Abend.

Anders als die Verlautbarung der HU vom vergangenen Freitag suggeriert, hat sich die Informationslage durch die Stellungnahme Holms am Donnerstag nicht verändert. Das einzig Neue an der jetzigen Situation ist, dass Andrej Holm gestern explizit von “objektiv falschen Angaben” sprach. Eine solche Formulierung widerspricht aber nicht seiner bisherigen Position. Dass Frau Kunst lediglich auf Grund dieser veränderten Formulierung eine Neubewertung des Vertrauensverhältnisses vornimmt, zeigt, dass sie von Anfang an jede Entscheidungsfreiheit hatte. Dass sie diese nun zugunsten Holms und einer kritischen Lehre nutzt, freut uns.


Dazu kommentiert eine der Besetzer*innen: „Die Entscheidung von Frau Kunst ist unmittelbar auf unsere seit dreieinhalb Wochen bestehende Besetzung zurückzuführen. Sie ist aber genauso das Ergebnis einer breiten Solidarität von stadtpolitischen Initiativen, der Kampagne „Holm bleibt“, die 15.000 Unterschriften gesammelt hat und allen, die vor zwei Wochen zusammen demonstrierten. Zusammen mit solidarischen Initiativen aus der Stadtgesellschaft, Unterstützer*innen an allen Berliner Universitäten und Hochschulen und jeder Menge tatkräftiger Hilfe vor Ort haben wir eine „Uni von Unten“ und Antrieb für eine „Stadt für Alle“ geschaffen, der so schnell nicht abreißen wird. Und das ist erst der Anfang!“, so die Besetzer*in weiter.


Von Anfang an ging es den Besetzer*innen nicht nur um die Personalie Andrej Holm. Die besondere Qualität des Protests zeigt sich auch daran, dass sich im besetzten ISW ein Raum zur Politisierung von Studierenden geöffnet hat und dass es darüber hinaus eine intensive Vernetzung mit stadtpolitischen Initiativen gibt. Das lohnt sich und wird mit vereinten Kräften weitergehen. Eine Aktivistin aus der Besetzung erklärt: „Wir protestieren seit der Entlassung Holms nicht nur für seine Wiedereinstellung, sondern für demokratische Mitbestimmung Studierender an der Hochschule, für eine kritische Forschung und Lehre und eine Stadt, in der alle gut leben können. So wie auch die Besetzung des ISW internationale Aufmerksamkeit erfährt, gilt auch unsere Solidarität über Berlin hinaus. Bei aller Freude über die Rücknahme der Entlassung Holms verurteilen wir, dass in Ankara am gestrigen Freitag 72 kritische Wissenschaftler*innen entlassen und Proteste dagegen gewaltsam unterdrückt wurden.“


Zur Frage wie es mit der Besetzung weitergehen soll, sagt eine Besetzerin: „Wir werden über das Wochenende eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Unser Protest wächst und verstetigt sich mit jedem Tag. Wir bleiben friedlich und wir bleiben alle!“.

 

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