VA 02.02. 20 Uhr: Marcuse-Lesekreis

In seinem Buch „Triebstruktur und Gesellschaft“ arbeitet Herbert Marcuse
auf eine Philosophie und kritische Theorie des menschlichen Zusammenlebens hin, indem er ihm zufolge unerkannte Potentiale des Freudschen Denkens aufzeigt. Dabei stellt Marcuse Freuds Denken als wesentlich zwiespältig dar. Freuds Konstruktion zufolge basiert das menschliche Zusammenleben auf der Unterdrückung von Trieben, die auf Befriedigung und Glück zielen. Die Konstruktion ermögliche insofern Einsichten in die Verursachung von Leid durch die bestehende Gesellschaft, in die Verfestigung von repressiven Institutionen, zugleich aber auch in Kräfte, welche über diese hinausweisen. Dabei sei jedoch Freud nicht nur von der zeitlosen Notwendigkeit dieser Unterdrückungen für jede nur denkbare Gesellschaft überzeugt, sondern baue diese Überzeugung in einer Weise in seine Grundbegriffe ein, durch welche die vollständige Realisierung der kritischen Potentiale seines eigenen Denkens verhindert werde. Marcuse setzt sich die Aufgabe, diese Zwiespältigkeit zu beleuchten und die kritischen Potentiale, die von Freud selbst teils überdeckt werden, wieder freizuschaufeln.

Im Lesekreis wollen wir diesen Versuch kritisch prüfen und uns fragen,
inwiefern er für das Verständnis der heutigen Situation fruchtbar gemacht
werden kann. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am Kreis
teilzunehmen.

02.02. 20 Uhr im Untergeschoss von #iswbesetzt

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